Universitätsklinikum Heidelberg richtet Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein

Projekt KLIK green – Krankenhaus trifft Klimaschutz

Das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) richtet ab September 2022 eine Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Seit März 2021 ist das UKHD bei KLIK green, war jedoch schon vorher in Klimaschutzprojekten aktiv. Dr. Ulrike Kutscha, Leiterin des Projektmanagementboards am Zentrum für Informations- und Medizintechnik des UKHD, erfüllte im Projekt KLIK green die Aufgabe der Klimamanagerin und berichtet im Interview, wie die Beteiligung an Klimaschutznetzwerken als entscheidender Hebel für eine Verstetigung von Klimaschutz wirkt.

Dr. Ulrike Kutscha @privat

Frau Dr. Kutscha, wie kam es zur baldigen Einrichtung einer Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz?

Kutscha: Im UKHD gibt es schon seit 2012 eine Arbeitsgruppe zum Thema Klimawandel und Ernährung, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und menschlicher Gesundheit beschäftigt. Dort wird unter anderem das Projekt ‚KliOL‘ mit Schwerpunkt nachhaltige Lieferketten durchgeführt. Neben diesem Projekt und dem klinikeigenen Netzwerk Nachhaltigkeit ist KLIK green die dritte Säule, die maßgeblich unsere Aktivitäten zur Entscheidung für die Stabsstelle geprägt hat.

Was verbirgt sich hinter dem Projekt KliOL?

Das Projekt ‚Klimaschutz in Kliniken durch Optimierung der Lieferketten‘ (kurz KliOL) hat sich zum Ziel gesetzt, am Beispiel des UKHD einen Treibhausgas-Rechner für Krankenhäuser mit speziellem Fokus auf Treibhausgasemissionen aus Lieferketten zu erstellen. Parallel dazu werden beispielhafte Klimaschutzmaßnahmen am UKHD implementiert und im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Treibhausgasbilanz, auf finanzielle Aspekte und auf mögliche gesundheitliche Effekte evaluiert.

Welchen zusätzlichen Mehrwert brachte KLIK green, dessen Schwerpunkt die Senkung von Treibhausgasemissionen durch gezielte Maßnahmen war?

Seit wir neben KliOL auch an KLIK green teilnahmen, konnten wir uns super unterstützt durch das KLIK green-Projektteam mit anderen Kliniken themenbezogen vernetzen und sehr unkompliziert austauschen. KLIK green verschaffte uns die passenden Netzwerke, um unsere bisherigen Maßnahmen weiterentwickeln und neue Ideen einbringen zu können. Außerdem bekam unser Engagement für Klimaschutz zum Beispiel durch die Entwicklung eines Umsetzungsplanes für unser Haus noch mehr Struktur und Zielorientierung. Unseren Vorstand konnten wir durch gelungene Praxisbeispiele aus anderen Häusern gut für unsere Ideen ins Boot holen. Hierzu gehört auch der Wunsch, am UKHD ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem (EMAS) einzuführen und unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen zu verstetigen.

Wie wurde dann intern aus vielen Engagierten, Ideen und zwei Klimaschutzprojekten eine Stabsstelle?

Es war auf jeden Fall keine reine Bewegung von unten. Unser Vorstand wurde natürlich mit einbezogen. Letztlich war er dem Thema und unserem interdisziplinären Ansatz gegenüber sehr aufgeschlossen. Auch da war KLIK green eine zentrale Säule. Unsere kaufmännische Direktorin kannte den Ansatz bereits, da sie zuvor am Dresdner Universitätsklinikum tätig war und sich dieses Klinikum wiederum am Vorgängerprojekt von KLIK green beteiligt hatte.

Womit wird sich die Stabsstelle genau beschäftigen?

Ein erster Schwerpunkt liegt im Bereich Mobilität basierend auf den Ergebnissen einer campusweiten Arbeitsgruppe zu diesem Thema. Neben Mobilitätsprojekten sollen dann noch viele weitere Schritte folgen, die die Aktivitäten des KliOL-Projekts aufgreifen und die Einführung eines Nachhaltigkeits-managementsystems adressieren. Dazu gehört auch die interne Klimaschutzkommunikation.

Wie werden Sie im Bereich Klimaschutz involviert bleiben, wenn der Förderzeitraum von KLIK green endet?

Nach dem 30. April 2022 bleibe ich weiterhin Klimamanagerin des Zentrums für Informations- und Medizintechnik. Ich kann dann aber gezielter der Stabsstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz zuarbeiten und einiges dorthin übergeben. Meine Hauptaufgabe ist ja der Aufbau von Strukturen für die Digitalisierung, die mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) richtig Fahrt aufnimmt. Ich bin gespannt, wie wir Synergieeffekte durch die neu entstehenden Strukturen zur Digitalisierung für die Nachhaltigkeit erzielen können. Da habe ich schon einige Ideen.

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