Für mehr Frauen in der Chirurgie: Verein “Die Chirurginnen” gründet eine digitale Gemeinschaft

Für mehr Frauen in der Chirurgie: Verein “Die Chirurginnen” gründet eine digitale Gemeinschaft

Ziel des im Januar 2021 gegründeten Vereins „Die Chirurginnen e. V.“ ist es, Ärztinnen in der Chirurgie und interessierten Studentinnen eine Plattform für Erfahrungs- und Wissensaustausch zu bieten. Vorbilder sind ähnliche Vereinigungen wie die „Association of Women Surgeons“ in den USA. Um die Präsenz weiblicher Fachkräfte in der Chirurgie zu erhöhen und den Austausch untereinander zu fördern, setzt der Verein ab sofort auf digitale Kommunikation. Dabei nutzen die Ärztinnen die App Siilo, das größte europäische Netzwerk für medizinische Teams. Die Vereinsmitglieder können sich dort datenschutzkonform mit ihren Kolleginnen über ihren beruflichen Alltag austauschen und voneinander lernen.

Ganze 70 Prozent der Medizinstudierenden sind weiblich, aber gerade einmal ca. 18 Prozent der in der Chirurgie Tätigen sind Frauen[1]. Auch in der Führungsebene sind Ärztinnen selten vertreten. „Hier fehlen oft Vorbilder, an denen sich die jungen Talente orientieren können. Wir möchten mit unserem Verein aktiv die Vernetzung von Frauen und damit eine gegenseitige Unterstützung auf dem Weg nach oben fördern”, sagt Prof. Dr. Katja Schlosser, Präsidentin des Vereins und Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Gießener Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen. Ihre Hoffnung ist, dass sich Chirurginnen dank des neuen Vereins gegenseitig ermutigen, den Beruf auch bei einer Familiengründung weiterhin auszuführen. Ein Mentoringprogramm soll der Stärkung der eigenen Kompetenzwahrnehmung und der Unterstützung bei Forschungsvorhaben dienen.

Dabei wird die digitale Anwendung Siilo eine entscheidende Rolle spielen. Nachdem andere soziale Netzwerke und Messenger den Bedürfnissen des Vereins nicht gerecht werden konnten, entschied sich der Vorstand für die digitale Lösung des gleichnamigen Health-Tech-Unternehmens. Dr. Julia Gumpp, Vizepräsidentin der Vereins und Oberärztin am Klinikum Neumarkt: „Einige von uns kannten Siilo bereits zuvor als datenschutzkonformen Messenger, mit dem medizinische Teams unkompliziert Patientendaten und Kurznachrichten versenden können. Dass die App auch zahlreiche Funktionen zum Austausch und zu Falldiskussionen bietet, war uns neu. Die Wahl ist uns daher leicht gefallen.“

In der App können die Chirurginnen neben der Eins-zu-Eins-Kommunikation auch auf ihr eigenes Vereinsnetzwerk, den sogenannten “Space” zugreifen, der aus sieben Kacheln besteht, die jeweils wie ein Diskussionsforum funktionieren. Die Chirurginnen nutzen sie für Arbeitsgemeinschaften, Terminabsprachen oder für die Diskussion spannender Patientenfälle. Der Vorstand kann hier zudem zentral Ankündigungen an alle Mitglieder verbreiten. Hanna Bedürftig, Vizepräsidentin des Vereins und leitende Oberärztin im Krankenhaus Buchholz: „Die digitale Kommunikation auf Siilo ist sehr niedrigschwellig, daher duzen wir uns in der App und alle dürfen mitdiskutieren. Es ist uns wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen. Gleichzeitig können wir als Vereinsvorstand selbst steuern, wer Zugriff bekommt, sodass eine vertrauensvolle digitale Gemeinschaft entsteht.“

Mehr Infos:

www.chirurginnen.com

www.siilo.de

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