Spezialisierter Aufwachraum (Pacu) am Herzzentrum Leipzig
Spezialisierter Aufwachraum (PACU) am Herzzentrum Leipzig © Christian Hüller/Helios

Studie am Herzzentrum Leipzig: Spezialisierte Aufwachräume entlasten Intensivstation

/ KTM-Redaktion / Studie

Im Jahr 2005 ging am Herzzentrum Leipzig ein neues Projekt an den Start. Das Enhanced Recovery After Cardiac Surgery (Eracs) nutzt einen spezialisierten Aufwachraum – die sogenannte ,Post-Anesthesia Care Unit‘ (Pacu), um Patienten postoperativ zu versorgen und frühzeitig ihre Regeneration voranzutreiben. Eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung aus 15 Jahren Praxis mit 20.773 analysierten Patienten kommt zu dem Ergebnis, dass bei über 90 Prozent der nach Eracs behandelten Patienten eine Verlegung auf die Intensivstation vermieden werden kann.

Über die Jahre hat das Herzzentrum Leipzig die Infrastruktur des Konzepts konsequent weiterentwickelt: Vom Start 2005 mit drei Pacu Betten bis hin zum Ausbau 2010 auf acht Betten und erweiterten Öffnungszeiten, so das Herzzentrum. Parallel sei der Anteil der Patienten, die über die Pacu geführt werden konnten, von 19 Prozent (2006) auf 60 Prozent (2020) angestiegen – trotz zunehmender Eingriffskomplexität und steigender Risikoprofile. Dieses Vorgehen schaffe laut den Verantwortlichen Intensivbetten Kapazitäten, die für unvermeidliche intensivpflichtige Fälle benötigt werden.

Kern des Leipziger Eracs-Konzepts ist laut dem Herzzentrum ein klar definierter, evidenzbasierter Prozess: Demnach werden herzchirurgische Patienten direkt postoperativ in einen dafür spezialisierten und mit anästhesiologischem Fachpersonal ausgestatteten Aufwachraum (Pacu) verlegt. Dort werde eine frühzeitige Extubation angestrebt, die engmaschige Stabilisierung und Überwachung über mehrere Stunden durchgeführt und anschließend die Weiterbehandlung auf einer Intermediate Care Station (IMC) angestrebt, bevor es auf die Normalstation gehe.

Die Voraussetzung für einen sicheren Prozess sei eine strukturierte Patientenselektion am OP Ende: „Konkret bedeutet dies, dass die Patienten postoperativ eine normale Körpertemperatur und einen stabilen Blutkreislauf haben müssen. Außerdem sollten sie keine relevanten Blutungen aufweisen“, beschreibt Prof. Dr. med. Jörg Ender, Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Herzzentrum Leipzig, die Auswahl für den Eracs-Pfad.

Neben dem klinischen Nutzen habe das Eracs-Konzept laut dem Herzzentrum auch eine klare wirtschaftliche Dimension. Die Ziele seien weniger unnötige Tage auf der Intensivstation, effizientere Patientenflüsse und eine bessere Nutzung hochspezialisierter Kapazitäten.

Weitere Informationen in der wissenschaftlichen Publikation